Eine Woche in Taizé

24.08.2025

Großartige Gemeinschaft, Gebete und ein bisschen Abenteuer

"Man kommt nach Taizé wie an den Rand einer Quelle" hatte Papst Johannes Paul II. bei seinem Besuch in dem kleinen französischen Ort gesagt. In Taizé lebt eine ökumenische Brüdergemeinschaft Glauben so authentisch und ohne Konfessions- und Nationengrenzen, dass der Ort seit vielen Jahrzehnten junge und ältere Menschen aus der ganzen Welt anzieht, um dort für eine Woche ein einfaches Leben zu teilen, dreimal am Tag gemeinsam zu beten und in vielen Gesprächen zu erkennen: wir sind eine Menschheitsfamilie, von Gott geliebt und dürfen einander wertschätzen und lieben - ganz einfach.

Als unsere kleine Füssen-Rieden-Schwangauer Gruppe in Taizé ankam, mussten wir uns erst an das einfache Leben mit Holzbänken, Zelt-Übernachtung und an das besondere Taizé-Menü (wir haben immer alles aufgegessen und es hat eigentlich jeden Tag gut geschmeckt) gewöhnen.

Die gemeinsamen Gebete mit den meditativen Gesängen - gesungenes Gebet von über 1500 Menschen - die Stille, die Schriftlesung und die Fürbitten, das alles öffnete unser Herz weit für das Licht und die Liebe Gottes. Es gab dabei auch viel Zeit und Raum nachzudenken und Christus hinzulegen, was uns bewegt und belastet.

Bei täglichen Bibeleinführungen schloss uns einer der Brüder, Frère Pedro aus Katalonien, auf Englisch mit deutscher Übersetzung die Seligpreisungen auf und gab uns einfache Fragen für eine Gesprächsrunde mit, bei der jede und jeder aus der eigenen Glaubens- und Lebenserfahrung erzählen konnte. Hoffnung über alle Hoffnung hinaus war dabei das Leitmotiv und wir verstanden, dass wir die Kraft und die "Verrücktheit", die man als Hoffende braucht, aus den Seligpreisungen von Christus selbst bekommen und "Werkzeuge seines Friedens" in unserem Umfeld sein dürfen.

In Taizé gibt es keine Angestellten und alle Arbeiten werden, in kleine Dienste aufgeteilt, von den Besucherinnen und Besuchern gemacht. Unsere Dienste waren Töpfe-Spülen bzw. Essens-Ausgabe bzw. Kehren und Mülltüten wechseln. Wir hatten sehr viel Spaß dabei in unseren jeweiligen Teams.

Diejenigen von uns, die im Zelt schliefen, erlebten im wahrsten Sinne des Wortes hautnah ein nächtliches Gewitter. Diese Erfahrung stärkte aber mehr als dass sie abschreckte und spätestens ab dem nächsten Morgen schöpften wir an jedem Tag Gutes und Wertvolles in Taizé, so dass wir durch die vielen Gottesdienst-Highlights wie das Mitfeiern einer orthodoxen Göttlichen Liturgie, eines Evangelischen Abendmahl-Gottesdienstes in der kleinen romanischen Dorfkirche, dem Gebet um das Kreuz, der Lichterfeier am Samstagabend und der Messfeier am Sonntagvormittag, gestärkt und erfüllt wieder nach Hause fuhren - wie von dem Rand einer Quelle...

 

Sabrina Tiedtke
Spätabends in der Kirche
Im Zelt bei Sonnenschein und auch bei Gewitter
Bibeleinführung zu den Seligpreisungen
Internationales Spülteam mit viel Spaß