Pfarreiengemeinschaft Füssen

Beten mit Stift und Pinsel

Besondere Worte – gestaltet mit Kalligraphiestift und Aquarellfarbe, lustige und ernste Sprüche, vor allem aber viele Bibelzitate hat die Füssenerin Sabine Müller (42) schon gestaltet. Fast jeden Tag  malt und schreibt sie ein neues Bild, das sie u. a. auf Instagram mit ihren Followern teilt. Viele Gestaltungen, die sie für die Pfarreiengemeinschaft in den letzten Jahren liebevoll angefertigt hat, bereichern deren Leben in höchstem Maße. An dieser Stelle ein großes Dankeschön für Deine Herzen-öffnende Arbeit, Sabine!

Sabine Müller schreibt zu ihrer Arbeit:

Vor zwei Jahren bin ich im Internet auf das Lettering (so wird Kreative Schriftgestaltung genannt) im Allgemeinen und das Bible-Lettering im Besonderen gestoßen. Ich fand es einfach toll, was andere da machen und dachte mir: das probierst du auch mal aus.

Da es beim Lettering nicht darauf ankommt, größere Texte abzuschreiben, sondern vielmehr Buchstaben und Wörter ganz besonders zu gestalten, muss man beim Bible-Lettering zwangsläufig aus einem größeren Bibeltext einzelne Worte oder Passagen herauspicken, die für einen selbst den Kern der Bibelstelle bilden, oder die einen besonders berühren. Dadurch beschäftigt man sich schon im Vorfeld intensiv mit einer Bibelstelle und gewinnt dadurch einen sehr innigen Zugang zum Text. (vielleicht vergleichbar mit der Methode Bibel-Teilen.)

Während man dann das Ganze kreativ umsetzt, verbringt man nochmals lange Zeit mit diesem Wort oder diesem Satz. Das kann mal eine halbe Stunde sein, aber auch mal 3-4 Stunden.

Ich nenne es „Beten mit Stift und Pinsel“ und es ist für mich ein besonderes Hören auf das was Gott uns sagen möchte.

Bilder zu den Kar- und Ostertagen 2020

In den Newsletter-Ausgaben zu den Kar- und Ostertagen standen Sabines Bilder bei den Evangeliumstexten. Hier ihre Gedanken zur Auswahl der Bilder:

Gründonnerstag

An der Abendmahlszene beeindruckt mich die Demut Jesu. Er ist der Herr, aber er ist sich nicht zu schade, der Diener seiner Freunde zu sein. Seine Aufforderung „Ich habe euch ein Beispiel gegeben, damit auch ihr so handelt“ spricht mich sehr persönlich an und ich empfinde es immer wieder als eine (motivierende) Aufforderung an mich.

Karfreitag

Der Gottesknecht aus dem Buch Jesaja berührt mich immer wieder sehr. Für mich steht diese Passage noch mehr für das Leiden unseres Herrn als die Passion an sich. Die Texte sind so wortgewaltig und gehen so richtig ins Herz.

In der Passion selbst beeindruckt mich die innere Ruhe und die stille Kraft, die Jesus ausstrahlt. Er ist mit sich selbst im Reinen, so unerschütterlich bei allem was kommen wird. In dieser Haltung ist er für mich ein unglaubliches Vorbild. Das Gespräch mit Pilatus drückt das besonders aus, oder die Zurechtweisung des Petrus im Garten Getsemani. Darum habe ich die beiden Stellen gewählt

Ostersonntag

Die Texte des Ostermorgens sind zwar wunderschön, aber mir waren, gerade in der jetzigen Zeit, Worte der Hoffnung wichtig. Die habe ich in den Abschiedsworten Jesu an seine Jünger gefunden: „Habt Mut!“ Das sind aufmunternde Worte, die wir, glaube ich, an diesem Osterfest dringend brauchen und die Jesus auch heute noch zusprechen möchte.