Luitpoldstraße 20
87629 Füssen

Der August ist ein Monat, in dem sich zwei Zustände begegnen: Fülle und Aufbruch. Die Natur steht im Höhepunkt ihrer Kraft, Früchte sind reif, Felder leuchten, die Tage tragen noch die Wärme des Sommers. Gleichzeitig spüren wir - gerade wenn die Nächte schon kühler werden und wir morgens den Tau auf den Blättern wahrnehmen - einen feinen Übergang – ein Vorahnen, dass sich etwas wandelt. In dieser Spannung erleben wir den Monat August.
Fülle bedeutet nicht nur Überfluss, sondern auch Erfüllung: Momente, in denen wir spüren, dass unser Leben getragen ist. Vielleicht durch Begegnungen, durch Ruhe, durch ein Gebet, das uns unerwartet Frieden schenkt. Der August lädt uns ein, diese Fülle bewusst wahrzunehmen und zu hüten – wie einen Schatz, den Gott uns anvertraut.
Doch Fülle ist nicht beständig. Sie verändert sich, sie will geteilt werden, sie ruft zum Aufbruch. So wie die Natur sich langsam auf den Herbst vorbereitet, dürfen auch wir fragen: Was darf wachsen? Was darf ich loslassen? Wohin ruft mich Gott? Aufbruch ist kein Bruch, sondern ein Weitergehen – getragen von dem, was uns erfüllt hat.
Am 15. August feiern wir Mariä Aufnahme in den Himmel. Maria steht für dieses Zusammenspiel von Fülle und Aufbruch: Sie empfängt, sie trägt, sie geht, sie vertraut. Ihr Weg erinnert uns daran, dass jeder Aufbruch eine Verheißung in sich trägt.
So darf der August uns begleiten: Dankbar für die Fülle. Mutig im Aufbruch. Offen für Gottes Rufen.
Katja Gallenmüller
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