Und die Völker werden zu deinem Lichte ziehen ...
... und die Könige zu deinem Glanz, der über dir aufgeht. Dieses Loblied aus Jesaja richtet sich an Zion, das himmlische Jerusalem – einen Ort der Geborgenheit, der Menschen anzieht. Beim irdischen Jerusalem macht mich der Gedanke daran traurig. Die für drei Weltreligionen bedeutende Stadt wird zwischen ihnen aufgerieben. Friedliches Miteinander scheint kaum möglich. Auch angesichts der vielen Konflikte weltweit wirkt das himmlische Jerusalem weit entfernt. Schnell teilen wir in „gut“ und „böse“ ein. Doch sind die Ursachen nicht meist viel komplexer? Vielleicht sollten wir darum beten, dass etwas vom himmlischen Jerusalem auf Erden durchscheint: dass Feinde miteinander sprechen, Kompromisse finden und Frieden schließen. Wenn wir es nicht schaffen – vielleicht schafft Gott es.